Das Drama ist das wesentlichste Element einer guten Komödie.

(Philippe de Chauveron)

 

 

Die aktuelle Migrationsdebatte bietet den perfekten Hintergrund für diesen französischen Kassenschlager

 

 

 

Monsieur Claude und seine Toechter 09

 

MONSIEUR

 

CLAUDE

 

UND SEINE

 

TÖCHTER

 

(Qu'est-ce qu'on a fait au Bon Dieu?)

 

 

 

Komödie nach dem gleichnamigen Film von

PHILIPPE DE CHAUVERON und GUY LAURENT

 

Für die Bühne adaptiert von

STEFAN ZIMMERMANN

 

5 - 6 D, 6 - 7 H (Mehrfachbesetzung) / var. Dek.

 

 

UA 08.09.2016 Kammerspiele der Josefstadt, Wien

 

Regie Folke Braband

Bühnenbild Tom Presting

Kostüme Nicole von Graevenitz

Dramaturgie Silke Ofner, Matthias Asboth

Licht Franz Henmüller

 

Besetzung:

Siegfried Walther, Susa Meyer, Michaela Kaspar, Silvia Meisterle, Daniela Golpashin, Martina Ebm, Ljubiša Lupo Grujčić, Martin Niedermair, Vincent Bueno, Peter Marton, Félix Kama, Ida Ouhé-Schmidt, Markus Kofler

 

 

Monsieur Claude und seine Toechter 08Monsieur Claude und seine Frau Marie sind ein zufriedenes Ehepaar in der französischen Provinz und haben vier ziemlich schöne Töchter. Am glücklichsten sind sie, wenn die Familientraditionen genau so bleiben wie sie sind. Erst als sich drei ihrer Töchter mit einem Muslim, einem Juden und einem Chinesen verheiraten, geraten sie unter Anpassungsdruck. In die französische Lebensart weht der raue Wind der Globalisierung und jedes gemütliche Familienfest gerät zum interkulturellen Minenfeld. Musik in den Elternohren ist da die Ankündigung der jüngsten Tochter, einen – Halleluja! – französischen Katholiken zu heiraten.

 

Doch als sie ihrem vierten Schwiegersohn, dem schwarzen Charles, gegenüberstehen, reißt Claude und Marie der Geduldsfaden. Geschwächt durch Beschneidungsrituale, Hühnchen halal und koscheres Dim Sum ist ihr Toleranzvorrat restlos aufgebraucht. Doch auch Charles' Familie knirscht über diese Partie mächtig mit den Zähnen. Weniger um bei den Hochzeitsvorbereitungen zu helfen als sie zu sabotieren, lassen sich die Eltern auf ein Kennenlernen ein. Was folgt ist ein Gemetzel der nationalen Ressentiments und kulturellen Vorurteile. Bis das familiäre Federnrupfen dem Brautpaar die Lust an der Hochzeit zu verderben droht...

 

Monsieur Claude und seine Toechter 03Das sagte die Presse zur UA in Wien:

 

„Bei Monsieur Claude kann man aber Lockerheit im Umgang mit Neuem trainieren und sich an famoser Schauspielkunst erfreuen.“ (Der Standard)

 

„Und tatsächlich läuft einem bei manchem Witz trotz schallendem Lachen gleichzeitig ein Schauer über den Rücken. Das Ensemble rund um Siegfried Walther als Tobsucht spuckender Claude und Susa Meyer als seine regulierende Frau Marie schafft es aber, das Bizarre an den Situationen munter herauszuschälen. Wenn Chao (Vincent Bueno) seinem jüdischen Schwager androht: "Wir Chinesen kaufen alles, sogar Israel!", oder wenn Charles, der Verlobte von der Elfenbeinküste (Peter M. Marton), als Reaktion auf die geschockten Schwiegereltern beim ersten Treffen zu Laura sagt: "Du hättest mich schon vorwarnen können, dass deine Eltern weiß sind", dann wird die ganze Lächerlichkeit bornierter Vorurteile deutlich. Noch deutlicher wird sie, wenn die Eltern von Charles kommen und Claude in sein afrikanisches Spiegelbild blickt. Wie die beiden über den jeweiligen "Ich bin kein Rassist, aber"-Bekenntnissen Freunde werden, ist so rührend wie entlarvend. Und der trockene Felix Kama und die großartig quirlige Ida Ouhé-Schmidt als Charles’ Eltern sind ohnehin das Highlight eines Abends, der zweifellos zum Publikumserfolg werden wird.“ (Wiener Zeitung)

 

„Monsieur Claude und seine Töchter“, ein entzückender Film, bewährt sich auch auf der Bühne. Mit Vorurteilen spielt der Komödienerfolg von Philippe de Chauveron und Guy Laurent. Auch Stefan Zimmermanns Theaterfassung, seit Donnerstagabend in den Kammerspielen zu erleben, erfreut. Den leichten Ton des Films behielt er bei und zündet souverän ein Pointenfeuerwerk. Alles in allem: ein höchst vergnüglicher Abend mit Esprit in den Kammerspielen.“ (Die Presse)

 

Monsieur Claude und seine Toechter 04„Es ist herrlich mitanzusehen, wie sich der stockkonservative Monsieur Claude mit den Schwiegersöhnen seiner drei Töchter herumplagt. Ein schwungvoller Clash der Kulturen mit hohem Lachfaktor, ohne jedoch die Protagonisten der puren Lächerlichkeit auszuliefern. Diese danken es mit spürbarer Lust am Spiel, mit Tempo, Drive und Präzision.

An der Spitze der hinreißende Siegfried Walther als Monsieur Claude, der einen echten, nachvollziehbaren Charakter formt. Die Pointen holt sich Walther mühelos, doch zeichnet er auch das Porträt eines Mannes, der die Welt nicht mehr versteht, der erst spät zur (humanen) Einsicht kommt. Eine tolle Leistung!

Rund um Walther agiert ein exzellentes Ensemble, das von Susa Meyer als Madame Verneuil angeführt wird. Die Töchter (Michaela Kaspar, Silvia Meisterle, Daniela Golpashin und Martina Ebm) dürfen all ihre Macken ausleben; und die Schwiegersöhne (Ljubiša Lupo Grujčić, Martin Niedermayr, Vincent Bueno, Peter Marton) stehen den Damen da in Nichts nach. Dazu kommen noch Félix Kama, Ida Ouhé Schmidt und der vielseitige Markus Kofler – fertig ist der köstliche Multikulti-Komödien-Cocktail.“ (Der Kurier)

 

alle Fotos © Herwig Prammer

 

Nachspielproduktionen:

02. November 2017 St. Pauli Theater, Hamburg

14. Dezember 2017 Fritz-Rémond-Theater im Zoo, Frankfurt

2017/18 Tournee a.gon Theaterproduktion, München, Premiere 02. März 2018

29. Juni 2018 Sommernachtskomödie Rosenburg

30. November 2018 Häbse-Theater, Basel

09. November 2019 Komödie Bayerischer Hof, München

 

 

Monsieur Claude und seine Toechter 07Die beiden erfolgreichsten europäischen Filme kamen 2014 aus Frankreich. Mit der Culture-Clash-Komödie „Monsieur Claude und seine Töchter“ lockte Regisseur Philippe de Chauveron 17,1 Millionen Menschen in die Kinos.

 

 

Aus einem Interview mit Philippe de Chauveron zum Filmstart:

 

"Ihr Kollege Guillaume Gallienne sagte über das Erfinden von lustigen Situationen, dass man am besten bei der eigenen Familie beginnt. Stimmt das?"

 

de Chauveron: "Ich kenne diesen Ausspruch nicht, aber er ist nicht ganz unrichtig. Ich habe vier Brüder. Zwei sind mit Afrikanerinnen verheiratet, einer hat eine arabische Ehefrau. Ich selbst war mit einer Afrikanerin liiert. Von den Brüdern waren mir die verschiedensten komischen Situationen aus ihren Ehen bekannt, außerdem habe ich Freunde ausgehorcht und konnte durch sie mein Drehbuch immer mehr ausbauen. Und wo immer ich bin, beobachte ich die Menschen. Ihr Gehabe, wie sie sich kleiden, wie sie reden."

 

"Und Ihre eigene religiöse Position?"

 

de Chauveron: "Meine Mutter, Vorbild für die Film-Mutter, hat den Katechismus unterrichtet. Es gab viele heiße Diskussionen zwischen uns, ich war aufmüpfig und habe mich letztendlich vor der Kommunion gedrückt. Die Reaktion meiner Mutter: Sie schickte mich zum Psychiater. Doch alles in allem war sie nicht ungeheuerlich streng. Zum Aufbau meiner Filmgeschichte kamen aber nicht nur familiäre Erfahrungen und die Plaudereien mit Freunden, da war auch eine Statistik, die mich sehr überrascht hat. Ich erfuhr: Jede vierte Ehe, die in Frankreich geschlossen wird, ist eine Mischehe. Das könnte Weltrekord sein, und davon hatte ich vorher keine Ahnung."

 

"Einer Ihrer Brüder, Marc de Chauveron, hat beim Schreiben geholfen, und in Guy Laurent hatten Sie noch einen Ko-Autor. Wie läuft das Schreiben mit zwei Partnern?"

 

de Chauveron: "Mit meinem Bruder erfinde ich diverse Situationen, dann beginne ich mit Guy – ein blitzgescheiter Kerl mit viel Hirn – zu diskutieren, danach erfolgt die Niederschrift."

 

"Sie verbrauchten ein Budget von zehn Millionen Euro. Ist es leicht, in Frankreich eine solche Summe zu bekommen?"

 

de Chauveron: "Für eine Komödie ist das normalerweise sehr viel Geld, ja. Aber der Mega-Erfolg von „Ziemlich beste Freunde“ hat Mauern niedergerissen. Also hatte ich das Geld ziemlich schnell beisammen."

 

"Was ist Ihrer Meinung nach das wesentliche Element einer guten Komödie?"

 

de Chauveron: "Das Drama. Denn die Lacher des Publikums entwickeln sich ja immer aus dramatischen, traurigen bis tragischen Situationen, die andere erleben. In meinem Film gibt es außerdem keinen Charakter ohne Fehler, viele Leute können sich also selbst wiedererkennen. Ich lud zu den Testvorführungen Freunde aus verschiedensten Kulturkreisen, und da merkte ich, wie gut die Story funktionierte."

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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