Sie weigern sich, an etwas zu glauben, weil Glauben Engagement verlangt, und Sie haben Angst vor dem Engagement. Sie haben Angst vor dem Engagement, weil das alles von Ihnen verlangen würde. Und weil Sie nicht bereit sind, alles zu geben, geben Sie gar nichts. Und dann entschuldigen Sie sich damit, dass Sie Leidenschaft als Luxus bezeichnen; dabei wissen Sie in Ihrem Herzen ganz genau, dass diese Entschuldigung eine Lüge ist.

 

 

 

VÄTERvaeter und soehne 942 1

 

UND

 

SÖHNE

 

(Fathers and Sons)

 

von BRIAN FRIEL

 

Stück in zwei Akten nach Turgenjew

Deutsch von Inge und Gottfried Greiffenhagen

6 D, 9 H / 2 Dek.

 

Deutsches Theater Berlin, Premiere 12. Dezember 2015

Regie Daniela Löffner

Eingeladen zum Theatertreffen Berlin 2016

Nachspielproduktionen: Pr. 14. Juni 2017 Theater Bremen; Pr. 26. Januar 2018 Theater Bielefeld

 

 

vaeter und soehne 1458 2Arkadij und Bazarow, zwei junge Studenten, kehren für den Sommer in ihre ländliche Heimat zurück. Beide stellen aufgrund ihrer nihilistischen Überzeugungen die gegenwärtige Gesellschaft völlig in Frage: die Wissenschaft, die Kunst und sämtliche Konventionen. Ihre Negierung alles Bestehenden verweigert ihnen den Glauben an überhaupt etwas. Ihr Aktivismus kennt nur das einzige Ziel, die Welt neu zu erschaffen. Doch während Arkadij versucht, diese Vision aus den gegebenen Verhältnissen heraus zu entwickeln, sucht Bazarow die radikale Konfrontation mit seiner Umwelt. Wo liegt der Grat zwischen Idealismus und Pragmatismus, zwischen innerer Revolte und äußerer Anpassung, zwischen Bedingungslosigkeit und Kompromiss?

 

Väter und Söhne ist ein Generationenbild und Familienpanorama, es erzählt vom ewigen Konflikt zwischen Jung und Alt, von Verändern und Bewahren. Wonach streben? Und was bleibt vom eigenen Wirken in der Welt?

 

In Friels Bearbeitung wird Turgenevs Roman zum beeindruckend modernen Generationendrama.

 

vaeter und soehne 7592 4Und das sagte die Presse zur Produktion am Deutschen Theater Berlin, Premiere 12.12.2015

 

"Die Figuren werden in der vierstündigen Aufführung plastisch lebendig und die Auseinandersetzungen, Sehnsüchte, Macht- und Ohnmachtsverhältnisse haben ausreichend Zeit und Platz, sich nachvollziehbar und berührend zu entwickeln. Und wie die räumliche Situation Zuschauer und Akteure verbindet, tut es bald auch die inhaltliche Ebene, auf der man historische wie ganz und gar heutige Probleme erkennen kann. Mit dem eindrucksvoll harmonierenden Ensemble … gelingt Daniela Löffner eine sehr konzentrierte, erzählerisch ausgewogene und immer wieder höchst amüsante Inszenierung, die den langen Abend unangestrengt und spielerisch zu einem kurzweiligen Vergnügen macht." Deutschlandradio Kultur

 

"Der Zuschauer sitzt so nah vor diesen Menschen, die sich damit sich und an einander abmühen, dass er sich durch das schauspielerisch intensive Erzähl- und Menschentheater eines wunderbaren Ensembles völlig in die Geschichte hineingezogen fühlt. Es wird geredet, gestritten und viel politisiert, es wird immer wieder getafelt, aber auch geliebt oder sich voller Angst der Liebe verweigert. Irgendwie meint man, Stück und Stoff zu kennen, und bleibt doch immer dran am Geschehen." nachtkritik.de

 

vaeter und soehne 8643 3"Wie präzise sind hier die Figuren entwickelt, wie glühend wird jede einzelne dargestellt und welch verlassene und heitere Milde der gegenseitigen Zugewandtheit liegt trotz all der unterschiedlichen Gesinnungen über diesem Abend. Ganz großes mäzchenfreies Theater ist hier zu bestaunen, und wir Zuschauer sind Gäste auf diesem Fest." Berliner Morgenpost

 

"Sie (Daniela Löffner) zeigt einfühlsam, genau und nicht ohne Komik lauter facettenreiche, seltsame, in ihren Gefühlen verhedderte Menschen, denen man vier Stunden lang gebannt zusieht. Bis aus den Figuren mit ihren Schrulligkeiten, Sehnsüchten und Enttäuschungen gute Bekannte geworden sind, mit denen man gerne noch etwas mehr Lebenszeit verbracht hätte." Süddeutsche Zeitung

 

 

Väter  Söhne008Und das sagte die Presse zur Produktion am Theater Bremen, Premiere 14.06.2017

 

Klaus Schumachers dreistündige Inszenierung des explosiven Stoffes kommt ohne Anachronismen aus. Und doch weist der Zwist zwischen liberalen, humanistisch gebildeten Aristokraten (Väter) und apodiktischen, vulgärmaterialistischen Rebellen (Söhne) philosophisch auf den hämmernden Nihilismus Nietzsches voraus, ideologisch auf die eherne Kälte von Terroristen des 20. und 21. Jahrhunderts. […] Die letzte Schauspielpremiere dieser Saison ist kurzweilig, präzise und stimmig geraten. […] Sehr zugewandter Applaus belohnt die ausnehmend gute Ensembleleistung samt sensibler Regie.“ Weser-Kurier

 

 

Väter und Söhne006Konflikte zwischen Eltern und Kindern sind zwar in der eigenen Familie unangenehm, aber bei anderen sieht man durchaus gespannt zu. […] Und wenn zum Beispiel der an diesem Abend überragende Siegfried Maschek sich in seiner Rolle vom unterwürfigen zum trauernden verwaisten Vater entwickelt, gerät die Inszenierung fast zu einem Psychodrama. […] Und so entsteht insgesamt ein sehr berührender Theaterabend: existentielle Themen sensibel inszeniert.“ Radio Bremen

 

 

 

 

 

 Fotos der Produktionen Deutsches Theater ©Arno Declair; Theater Bremen ©Jörg Landsberg

 

 

 

FRIEL Brian fotoBrian Friel, geboren am 9. Januar 1929 in Omagh, Nordirland, war einer der weltweit bekanntesten irischen Dramatiker.

Friel studierte am St. Columb’s Colledge in Derry, am St.Patrick’s College, Maaynooth, und in Belfast. Von 1950 bis 1960 unterrichtete er an diversen Schulen in der County Londonderry.

Seine schriftstellerische Karriere begann Friel, indem er ab 1959 Kurzgeschichten für den New Yorker schrieb, die später auch in Buchform erschienen. Mit den frühen Stücken THE ENEMY WITHIN (1962), PHILADELPHIA HERE I COME (1964), The LOVES OF CASS McGUIRE (1966) und LOVERS (1967) gelang ihm der Durchbruch, nicht nur in Irland, sondern weltweit.

Die meisten seiner Stücke wurden und werden immer wieder am Abbey Theatre, am Gate Theatre, beide Dublin, am Londoner Westend und am Broadway New York gespielt. DANCING AT LUGHNASA (1990), wohl sein bisher erfolgreichstes Stück (Premiere am Abbey Theatre, Dublin; West End Produktion, London; Broadway Produktion, New York) gewann in 1992 drei Tony Awards, einschließlich der Auszeichnung „Bestes Stück“. Es wurde 1998 mit Meryl Streep in der Regie von Pat O’Connor verfilmt.

Der katholische Friel gründete 1980 mit dem protestantischen Stephen Rea die "Field Day Theatre Company" in Derry, die der vom Nordirlandkonflikt betroffenen Stadt eine neue Grundlage für die gemeinsame kulturelle Identifikation von Katholiken und Protestanten geben wollte. Die erste Produktion der Field Day Theatre Company war die Uraufführung von Friels TRANSLATIONS am 23. September 1980. Neben Stephen Rea gehörte auch Liam Neeson zur Besetzung.

Friel war Ehrendoktor des Rosary College, Chicago, Illinois (1974). 1989 widmete ihm die BBC eine Saison von sechs Hörspieladaptionen seiner Stücke, die erste Ehrung dieser Art eines lebenden Theaterautors. Er war Mitglied der American Academy of Arts and Letters, der British Royal Society of Literature und der Irish Academy of Letters.

Brian Friel lebte mit seiner Frau in der Provinz Donegal in der Republik Irland. Er starb am 2. Oktober 2015.

 

 

 

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