Gefeierte Uraufführung am Theater Heilbronn

Virtuous und fesselnd

 

 

 

 

EIN LIEDGloomy Sunday 05

 

VON

 

LIEBE UND TOD

 

- GLOOMY SUNDAY-

 

 

Schauspiel von

JOHN VON DÜFFEL

 

Basierend auf dem Drehbuch des gleichnamigen Filmes

von Ruth Toma und Rolf Schübel,

nach der Vorlage des Romans „Lied vom traurigen Sonntag“ von Nick Barkow

 

1 D, 5 H / 1 Dek.

 

UA 21.01.2017 Theater Heilbronn

 

Regie Uta Koschel

Ausstattung Stefan Brandtmayr, Bühne Cornelia Kraske Kostüme

Musikalische Leitung Johannes Mittl

Mit Bettina Burchard, Nils Brück, Paul-Louis Schopf, Gabriel Kemmether, Rolf-Rudolf Lütgens, Sven-Marcel Voss

 

Gloomy Sunday 16Budapest Ende der 1930er Jahre. Der jüdische Restaurantbesitzer László Szabó betreibt ein gutgehendes Lokal und ist in seine bezaubernde Kellnerin Ilona verliebt. Weil in ein gehobenes Restaurant ein Flügel gehört, kauft László einen und engagiert den jungen Pianisten András Aradi, der ebenfalls bald von Ilona hingerissen ist. Auch einem Gast des Hauses, dem deutschen Unternehmer Hans Wieck, hat die Kellnerin, ohne es zu wollen, den Kopf verdreht.

 

Zu ihrem Geburtstag schenkt András seiner Angebeteten ein selbstkomponiertes Lied »Gloomy Sunday«, das Lied vom traurigen Sonntag. Alle Gäste des Restaurants sind sofort angetan von seiner sehnsuchtsvollen Melancholie und seiner schlichten Schönheit. Hans Wieck, der am gleichen Tag Geburtstag hat wie Ilona, gesteht ihr seine Liebe und will sie mit nach Deutschland nehmen. Doch Ilona sagt »Nein«, worauf der Deutsche enttäuscht davon stürzt. Mit einem Kuss bedankt sich Ilona bei dem Komponisten für das schöne Lied. Als László dies bemerkt, wird ihm klar, wie sehr Ilona auch den Musiker liebt, und er stellt sie vor die Entscheidung. Ilona geht an diesem Abend mit András.Gloomy Sunday 22

 

Der verschmähte Hans Wieck will sich aus Liebeskummer von der Brücke stürzen und wird im letzten Moment von László, der ebenfalls voller Kummer ist, gerettet. Beide Männer schwören sich ewige Freundschaft. Am nächsten Tag verlässt der Deutsche die Stadt.

 

Gloomy Sunday 79Ilona lebt unterdessen mit László und mit András zusammen, weil sie beide Männer gleichermaßen liebt. Das »Lied vom traurigen Sonntag« ist dank eines Plattenvertrages zu einem Welterfolg geworden und macht auch das Restaurant, den Ort seiner Entstehung, zu einer Attraktion. Das Lokal ist jeden Abend ausgebucht. Eines Tages ist Hans Wieck wieder unter den Gästen. Er wurde als SS-Standartenführer nach Ungarn abkommandiert, wo er jüdische Firmen für den deutschen Staat übernehmen soll ...

 

Das Theater Heilbronn bringt John von Düffels Schauspiel »Ein Lied von Liebe und Tod« als Uraufführung heraus. Von Düffel schrieb das Theaterstück nach dem Roman »Das Lied vom traurigen Sonntag« von Nick Barkow und dem Drehbuch für den preisgekrönten Film »Ein Lied von Liebe und Tod« von Rolf Schübel, die sich mit der Entstehungsgeschichte dieses Liedes auseinandersetzen. Das Lied vom traurigen Sonntag wurde bis heute von über 200 Musikern gecovert.

 

Gloomy Sunday 40John von Düffel zur Konzeption des Stückes:

 

„Unsere Geschichte spielt in der Erinnerung, Ilonas Erinnerung. Sie ist (wie in der Rahmenhandlung des Films) die gegenwärtige Besitzerin von Szabós Restaurant. Gegenwart meint in diesem Fall – für all jene, die gerne rechnen – die neunziger Jahre, die aber als eine uns nahe Zeit erscheinen soll. Die erinnerte, ferne Zeit sind die Jahre der Nazi- Besatzung in Budapest und kurz davor. Schauplatz ist das Restaurant, das einmal Szabós Restaurant war. Es ist der Raum der Erinnerung. Medium der Erinnerung ist die Musik. Mit ihr gehen wir durch die Zeiten, Stimmungen, Momente. Durch sie begegnen wir Figuren, Szenen und Konflikten. Im Mittelpunkt des Restaurants steht daher ein Flügel. Wenn er erklingt, dreht die Zeit, dreht sich das Karussell der Erinnerungen.

Zu Stückbeginn ist das Restaurant geschlossen. Man sieht einen Raum, der nicht mehr oder noch nicht lebt. Erst das Spiel der Musik und der Erinnerung wird ihn zum Leben erwecken. Es beschwört die Toten und lässt das Vergangene gegenwärtig werden.“

 

und das sagte die Presse:

 

„Einen erfolgreichen Film ins Theater zu bringen, ist ein Wagnis. Braucht man das überhaupt? John von Düffels Uraufführung lässt da keine Zweifel. Er setzt auf die Kraft der Gefühle in dieser Liebesgeschichte zwischen einer Frau und drei Männern. Seine Figuren ermöglichen den Spielern große Porträts. In Zeiten des Zweiten Weltkriegs sterben die Menschen, nicht aber ihre Liebe.

Dramaturgisch überzeugt John von Düffels Spiel der Erinnerung …. Da geht er sogar viel weiter als im Film. Und die dynamischen Dialoge fesseln. Virtuos spielt der Autor mit Zeitebenen. Wie sich die Schauspieler in diesem Traumraum an Grenzen peitschen, ist brillant. Da beweist Uta Koschel ihr Gespür für das Unbegreifliche.“ (Deutsche Bühne)

 

„Als großen Kampf der Gefühle hat die neue Chefregisseurin des Theater Heilbronn, „Uta Koschel“ den Text uraufgeführt. […] Dramaturgisch überzeugt John von Düffels Spiel der Erinnerung […]. Seine dynamischen Dialoge fesseln. Beredetes Schweigen strukturiert die Handlung. Virtuos spielt der Autor mit Zeitebenen, erzählt das Leben der Liebenden im Zeitraffer. […] Fein balanciert das Regieteam die Wechsel zwischen Licht und Schatten aus. Angst und Unsicherheit graben sich in die Szenerie. […] Ästhetisch wagt Koschel mit dieser Uraufführung am Stadttheater in Heilbronn erfrischend Neues.“ (Theater der Zeit) 

 

Gloomy Sunday 47Gefeierte Uraufführung im Theater Heilbronn. Entstanden nach dem gleichnamigen Film aus dem Jahr 1999 und dem Roman von Nick Barkow, hat von Düffel eine Bühnenfassung geschaffen wie gemalt für Uta Koschel, die die Uraufführung auf die Bühne des Großen Haues brachte. [...] John von Düffels Text scheint für sie wie massgeschneidert. Viel Raum, um die Figuren wachsen zu lassen, viel Zeit, um die Geschichte zu entwickeln, und Dialoge, die bei aller Eleganz auch zustehen können wie ein spitzes Messer. [...] Die Heilbronner Chefregisseurin trifft ihn haargenau, diesen bittersüßen Ton, der durch das 1933 vom ungarischen Barpianisten Rezsó Seress komponierte Lied weht. Dabei kann Koschel sich auf ein bestens aufgelegtes Ensemble stützen mit Bettina Burchard als Kellnerin, Nils Brück als Restaurantbesitzer, Paul-Louis Schopf als Barpianist und Gabriel Kemmether als deutscher Nazi. Erstaunliches leisten auch Rolf-Rudolf Lüttgens und Sven-Marcel Voss, die gleich in jeweils sieben verschiedene Rollen schlüpfen. Das Premierenpublikum spendete am Samstagabend viel Beifall.“ (Heilbronner Stimme)

 

„Schon 1999 kam die deutsch-ungarische Filmproduktion „Ein Lied von Liebe und Tod“ in die Kinos. [...] Erst jetzt, fast 20 Jahre nach dem Film, hat sich John von Düffel, einer der derzeit wichtigsten deutschen Dramatiker, daran gemacht, ein Bühnenstück aus dem Stoff zu machen.

 

Gloomy Sunday 112Von Düffel hat eine Textvorlage geschaffen, die es schafft, die eigentliche Geschichte der Dreiecksbeziehung […] zwar beizubehalten, er findet jedoch auch Wege, diese Bühnengeschichte von der Filmfassung zu emanzipieren. [...] Ein kluges Stück, das viele Aspekte der damaligen Zeit und Verhältnisse anreißt, dessen roter Faden aber das „Lied vom traurigen Sonntag“ ist, das Andras für Ilona komponiert hat. Es gelingt eine Aufführung, die nicht nur ungemein spannend ist, sondern auch an vielen Stellen wirklich berührend…, obwohl sich die Inszenierung gar nicht die Zeit gibt, zu sehr die Gefühle auszutreten, die hier mitschwingen.

 

Vielmehr werden solche Szenen punktgenau herausgearbeitet, die Beschreibung der Zeit stimmt geradezu detailgetreu. So herrscht über weite Passagen atemlos-gespannte Stille im Zuschauerraum. Der Zuschauer [...] erlebt, befreit von Zwängen einer Filmnacherzählung, ein sehr eigenständiges Theaterspiel voller Spannung und Niveau.“ (Ludwigsburger Kreiszeitung)

 

Alle Fotos © Thomas Braun

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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