"9 Tage wach ist ein Versuch, über die Verlockung, die Geschichte und die Gefahren der Droge aufzuklären

(Svenja Käshammer, Dramaturgin Staatsschauspiel Dresden)

 

 

9 TAGE WACHNeun Tage wach Dresden 2018 6

 

 

von

JOHN VON DÜFFEL

 

 

Nach dem gleichnamigen Bestseller

von Eric Stehfest und Michael J. Stephan

 

1 D, 2 H / variable Dek.

Instrumentierung: Drums

 

UA 10.11.2018 Staatsschauspiel Dresden

(In Zusammenarbeit mit dem Kulturjahr Sucht der Landeshauptstadt Dresden, gefördert von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung)

 

Regie: Sebastian Klink

Musik: Kriton Klingler-Ioannides

Mit: Moritz Kienemann, Eva Hüster, Jannik Hinsch

 

 

Jede Zeit hat ihre Droge – jede Droge ihre Zeit. Crystal Meth ist heute, nach Schätzung der WHO, nach Cannabis die weltweit am meisten konsumierte Droge. Sie passt scheinbar perfekt zu unserer auf Leistung und ständiges Funktionieren ausgerichteten Gesellschaft. Ihr Konsum befördert uns in ein Gefühl von einer bis zur Bewusstlosigkeit beschleunigten Zeit zwischen Party und Panik.

 

Neun Tage wach Dresden 2018 3Kaum einer kennt diese Droge wie Eric Stehfest. Aufgewachsen vor den Toren Dresdens kommt Eric Stehfest im Alter von 14 Jahren in der Neustadt mit der Partydroge Chrystal Meth in Kontakt. Wäre Eric ein Mädchen geworden, hätte ihm seine Mutter den Namen Christin gegeben, nach dem ersten Rausch wird Crystal für ihn eine Art Ersatzschwester, zehn Jahre lang sind Eric und Christin unzertrennlich. Seine Mutter hält trotz Abhängigkeit zu ihm, doch zu Hause lässt es sich mit dem Stiefvater und den kleinen Geschwistern schwer aushalten.

 

Zu den Großeltern besteht loser Kontakt, über Gespräche und Fotoalben erfährt Eric, dass seine Urgroßväter Bomberpiloten im Zweiten Weltkrieg gewesen sind. In dieser Zeit nahmen sie Amphetamine ein, die sogenannte Wunderpille Pervitin, um die Angst vor dem Töten und Getötetwerden zu verlieren. In der Grundsubstanz ist es „das gleiche Zeug“, das Eric konsumiert, um sich unbesiegbar zu fühlen, tagelang durchzufeiern, kurz: „um zu fliegen“.

 

Neun Tage wach Dresden 2018 8Vergessen sind der familiäre Stress, der letzte Laufpass oder der verwehrte Zutritt in einen angesagten Club. Bereits der erste Konsum kann in die Abhängigkeit führen, denn wer einmal fliegt, will wieder high sein, und die klaren Momente dazwischen werden seltener. Die Aufnahme zum Schauspielstudium in Leipzig führt zu einer kurzen drogenfreien Zeit, der Rückfall wird umso heftiger. Ein neuntägiger Rausch kostet ihn zuletzt fast das Leben und bringt ihn schließlich zum Entzug.

 

Auch weil ihm die Schauspielschule ein Ultimatum stellt: Einen Abschluss in Darstellender Kunst gibt es nur gegen Entzug und Therapie. Doch ist ein Leben ohne Christin überhaupt noch möglich?

 

„Dein Eisatzbefehl lautet: Berlin überleben – Freu dich nicht zu früh! Es ist die härteste Prüfung. Und sie hört nie auf.

 

Neun Tage wach Dresden 2018 11Die sächsische Provinz, Dresden, Leipzig, Berlin werden zu rasenden Schauplätzen. In jeder Nacht berühren sich die Extreme, splittert die Zeit, und jeder Morgen, jede Zukunft löst sich in Jetzt-Kristalle auf. – Auf einem Spiegel mit einer Rasierklinge zerhackte Zeit.

Keine Drogenbeichte, sondern ein Sprach-Trip der Zerstörung und Wiederauferstehung: Gegenwart pur. John von Düffel hat diesen schonungslosen Bericht über die Drogenszene, den schmerzhaften Entzug und das jahrelange Doppelleben für die Bühne adaptiert.

 

 

 

Photo John von DüffelJohn von Düffel, geb. 1966 in Göttingen, ist seit der Spielzeit 2009/10 Dramaturg am Deutschen Theater, Berlin. Er ist daneben sehr erfolgreich als Autor und Übersetzer tätig und lehrt als Professor für Szenisches Schreiben an der Universität der Künste Berlin.

 

 

 

Und das sagte die Presse zur Uraufführung in Dresden:

 

„Ein Höllentrip, verstörend, anstrengend, grandios. Eine atemberaubende Tour de Force, zurecht stürmisch gefeiert.“ (Dresdner Morgenpost)

 

Die geschickte Inszenierung arbeitet mit einem beweglichen Bühnenbild. […] Es doppeln, vervielfachen sich die Blicke, Szenen, Konstellationen durch die Projektionen und darin vorgenommenen Spiegelungen. Eine tolle Übersetzung für das Prisma aus Rausch und Wirklichkeit […]

Aus dem Sog der kreiselnden, schönen und zugleich schrecklichen Bilder schreit die Verführung nur so heraus. Irgendwie will sich der Zuschauer mit hingeben. Das ist ein starker Effekt, der aber ohne das großartige Spiel des Trios nicht tragen würde. […] Den Eric gibt ein fantastischer Moritz Kienemann. Ihm kann man die drogeninduzierten Zustände seiner Rolle körperlich ansehen. Er ändert Mimik und Sprechen entsprechend bis zur verzerrten Fratzenhaftigkeit, wenn Eric mal wieder ganz unten ist. […] Zu dritt entfachen die Spieler die volle Kraft dieses rauschhaften Abends, der Warnung ist. Nicht mit plakativen Etiketten, sondern als eindringlicher Subtext. (Nachtkritik)

 

„Langer Applaus für die drei Hauptdarsteller, von deren großartiger schauspielerischer Leistung das Stück „9 Tage wach“ lebt. Das zweistündige Werk offenbart einen Blick in tiefe, menschliche Abgründe und ist in seiner Gesamtheit nur schwer zu ertragen. Gleichwohl überzeugt Moritz Kienemann auf ganzer Ebene als Eric.“ (Dresdner Neueste Nachrichten)

 

„Das Problem seiner Generation? „Wir haben nichts zu hassen, also hassen wir uns selbst.“ Dank reflexiver und historisch-narrativer Passagen gelingt es dem Stück, über die pure Darstellung der Rausch-Faszination hinauszuragen. Regisseur Klink mischt bittere Komik unter, die nichts verharmlost. […] Ein überwältigendes Stück, das mit drei Schauspielern locker auskommt. Gespickt mit Höhepunkten, mit erfrischenden Elementen wie Live-Kamera und -Musik. So abschreckend wie sehenswert.“ (Sächsische Zeitung)

 


 

Zum Buch:

 

Buchcover 9 TAGE WACHEric Stehfest gehört zu den Shootingstars des deutschen Fernsehens, er ist Hauptdarsteller in »Gute Zeiten, Schlechte Zeiten« und brillierte in der Tanzshow »Let’s dance«. Was nur wenige wissen: In seiner Jugend war er jahrelang von der Partydroge Crystal Meth abhängig. Erst über eine einjährige Entziehungskur – Auslöser war ein neun Tage langer Rausch, den er fast nicht überlebte – schaffte er den Absprung. Heute ist er clean und hat sich zur Aufgabe gemacht, über die Gefahren dieser Modedroge aufzuklären. In »9 Tage wach« berichtet Eric Stehfest schonungslos über seine Zeit in der Drogenszene, den schmerzhaften Entzug und sein jahrelanges Doppelleben.

 

Der autobiografische Roman ist im März 2017 bei Edel Books erschienen und stieg in der darauffolgenden Woche in die SPIEGEL-Bestseller-Liste ein, wo er sich insgesamt 50 Wochen hielt, neun davon auf Platz 1. Bis heute wurden knapp 200.000 Exemplare verkauft. Seit dem 7. Juni 2018 ist der Titel als Taschenbuch erhältlich.

 

Link zur Buchpräsentation auf der Verlagswebsite – mit Unterrichtsmaterial für Schulen:

 

Empfohlen von Stiftung Lesen, "geeignet für den Einsatz im Klassenverbund für Jugendliche ab 16 Jahren".

 

 

„Mit ihrer Aufbereitung eines gleichermaßen sensiblen wie hochaktuellen Themas haben die Autoren einen Nerv getroffen und eine überwältigende Resonanz in Presse und Social Media ausgelöst.“ (Stefan Weikert, Edel Books)

 

„9 Tage wach", auch ein Dokument, aber ebenso gut auch Literatur. […] Es ist mehr Literatur als einfach nur das wahre Abschreiben der Welt.“ (Deutschlandfunk)

 

 

Für das Jahr 2019 verfilmt ProSieben zusammen mit Gaumont das Buch »9 Tage wach«.

 

 

 

 

Fotos © Sebastian Hoppe; Umschlagsgestaltung der Buchausgabe, Edel Books

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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