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KOMMENDE PREMIEREN  EINE AUSWAHL

 

 

 

 

 

OCCIDENT EXPRESS

(Occident Express)

 

Stück von

STEFANO MASSINI

 

Deutsch von Sabine Heymann

Das Stück kann als Monolog oder mit variabler Besetzung gespielt werden

ÖEA 08. September 2017 Volktheater, Wien

DEA 07. Oktober 2017 Schauspiel Köln

 

Im Jahr 2015 begibt sich eine alte Frau aus Mossul, Haifa, gemeinsam mit ihrer vierjährigen Enkelin Nassim auf die Flucht über die Balkanroute nach Europa. Es soll die einzige und letzte Reise ihres Lebens sein. Sie lässt das vom Krieg verwüstete Land und drei Söhne im Kampf zurück. Über die Türkei, Griechenland, Mazedonien, Serbien, dem Kosovo, Ungarn, die Slowakei und Leipzig gelangen Großmutter und Enkelin schließlich »auf die andere Seite«.

Der Text ist das poetische Porträt einer mutigen Frau, die vorangetrieben vom unbändigen Wunsch nach Leben einen fast unmöglichen Weg beschreitet. Dies ist ihre unglaubliche Geschichte.

 

 

 

MARTINUS LUTHER

Anfang und Ende eines Mythos

 

von JOHN VON DÜFFEL

 

1 D, 2 H, var. Dek.

 

Pr. 28. September 2017 Theater Vorpommern, Greifswald /Stralsund / Putbus

Pr. 31. Oktober 2017 Landestheater Oberpfalz, Leuchtenberg

 

Vor 500 Jahren forderte der ehemalige Bettelmönch Martinus den Papst und damit eine der mächtigsten Figuren seiner Zeit heraus: Er stellte die unbestrittene Macht der Kirche, lang tradierte Glaubenssätze und die Moral der päpstlichen Obrigkeit radikal in Frage – ein Ereignis, das als Reformation, als Umsturz religiöser und politischer Systeme in die Geschichtsbücher eingegangen ist. Doch wer war dieser Martin Luther, der einen gnädigen Gott predigte, den Ablass abschaffte, die Bibel neu übersetzte, dabei antisemitische Thesen vertrat und sich gegen die Demokratisierung stellte?

In seinem furiosen Stück zeichnet John von Düffel ein komplexes und überraschendes Bild einer zum nationalen Mythos verklärten Figur: Vom jungen Zweifler, der in wildem Zorn und nach einem Erweckungserlebnis mit sich, Gott und seinem Vater hadert, wird Luther zum kämpferischen Revolutionär und schließlich zum verbitterten, machtversessenen alten Mann. Ein ehrlich um den Glauben ringender Junge entwickelt sich zum intoleranten Hassprediger. Die faszinierende Lebensgeschichte Martin Luthers erzählt von einer Radikalisierung im Namen des Glaubens und lässt so unweigerlich an die religiösen Fanatiker unserer Tage denken.

 

 

 

Ichglaubeaneineneinzigengott.hass

(credoinunsol-odio)

 

Monolog von

STEFANO MASSINI

 

Deutsch von Sabine Heymann

1 D / Minimaldek.

 

Pr. 15. Oktober 2017 Landestheater Tübingen

 

Eine Schauspielerin für drei Charaktere, drei Geschichten, drei Sichtweisen auf die Welt. Eden Golan, eine gemäßigte, eher liberal denkende jüdische Geschichtsdozentin, Shirik Akhras, eine palästinensische Studentin, die sich radikalisiert und zur Selbstmordattentäterin wird, und Mina Wilkinson, eine amerikanische Soldatin, die in Tel Aviv ihren Dienst versieht, sind, ohne sich je kennen zu lernen, durch einen Vorfall am 8. April 2003 auf tragische Weise miteinander verbunden: An diesem Tag werden Eden und Shirik von Minas Einsatzkommando erschossen, das ein geplantes Selbstmordattentat verhindern will. Alle drei erzählen – schlicht auf der Bühne stehend und um das Ende schon wissend, also quasi aus der Zeit genommen - im Wechsel diese Geschichte, ausgehend von einem Tag gut ein Jahr vor dem Attentat, als das Ganze seinen Anfang nimmt.

Ihre parallelen Monologe werden gegeneinander gespiegelt, sie decken die tiefen Unterschiede auf, aber es gibt auch Symmetrie. Denn das Chaos hat eine Geometrie.

 

 

 

EINE NICHT UMERZIEHBARE FRAU

(Donna non rieducabile)

 

Theatermemorandum

über Anna Politkovskaja

 

Monolog von

STEFANO MASSINI

 

Deutsch von Sabine Heymann

1 D bzw. var. / Grunddek.

Pr. 20. Oktober 2017 sogar theater, CH-Zürich

 

Geschrieben nach der Ermordung der russischen Journalistin Anna Politkowskaja, präsentiert dieser Text eine Reihe von erschreckenden Momentaufnahmen aus dem Inferno des tschetschenischen Krieges. Gräueltaten und Greuel, Szenen von Gewalt und Versuche der kritischen Analyse folgen aufeinander, gesehen durch die Augen von Reportern. Diese sind keine Fragmente von Politkowskajas Texten, sondern Texte im losen Canon, inspiriert von ihren Schilderungen. Sie schließen den Dialog mit militärischen Kämpfern im Teenageralter, korrupten Beamten, Terroristen, Entführern und Ärzten, die mit Amputationen kämpfen, ein. Ein Abstieg durch den Schrecken, der zu einer Reflexion über die Freiheit der Presse und über den Beruf des Journalisten wird.

 

 

 

7 MINUTEN

BETRIEBSRAT

(7 Minuti • consiglio di fabbrica)

 

Stück von

STEFANO MASSINI

 

Deutsch von Sabine Heymann

11 D / Einheitsdek.

 

DSE Koproduktion Les Théâtres de la Ville de Luxembourg (Pr. 17. Oktober 2017) und Staatstheater Mainz (Pr. 04. November 2017)  

 

Ein altes und ruhmreiches Textilunternehmen wird von einem multinationalen Unternehmen aufgekauft. Es scheint, dass sie keine Entlassungen unter den beschäftigten Arbeitnehmern vorbereiten, diese können aufatmen. Aber es gibt eine kleine Klausel in einer Vereinbarung, die der neue Eigentümer vom Betriebsrat unterzeichnen lassen will. In einem Raum eingeschlossen, diskutieren elf Frauen, um zu entscheiden, ob sie die Kürzung der Mittagspause um sieben Minuten akzeptieren. Sieben Minuten scheinen wenig und die Delegierte des Verwaltungsrates der Fabrik ist die Einzige, die von Anfang an Zweifel hat. Aber nach und nach schaltet sich jede der Frauen in die Debatte ein, und jede blickt öffentlich auf ihr Leben zurück, bevor sie zu einem Entschluss kommt.

Das Stück basiert auf einer wahren Begebenheit in einer französischen Fabrik. Es geht um die Arbeit, die dort arbeitenden Frauen, ihre Rechte, und was elf Arbeiterinnen eine Stimme und Seele verleiht, die sich Sorgen um die Zukunft und um die ihrer Kinder machen. Es geht um die Wut, die prekäre Arbeitssituationen auslösen kann, sowie die Angst, in der die Masse der abhängig Beschäftigten auf der Welt heute leben.

 

 

 

MONSIEUR CLAUDE UND SEINE TÖCHTER

(Qu'est-ce qu'on a fait au Bon Dieu?)

 

Komödie nach dem gleichnamigen Film von

PHILIPPE DE CHAUVERON und GUY LAURENT

Für die Bühne adaptiert von

STEFAN ZIMMERMANN

 

5 - 6 D, 6 - 7 H (Mehrfachbesetzung) / var. Dek.

Pr. 02. November 2017 St. Pauli Theater, Hamburg

Pr. 14. Dezember 2017 Die Komödie, Frankfurt

 

Monsieur Claude und seine Frau Marie sind ein zufriedenes Ehepaar in der französischen Provinz und haben vier ziemlich schöne Töchter. Am glücklichsten sind sie, wenn die Familientraditionen genau so bleiben wie sie sind. Erst als sich drei ihrer Töchter mit einem Muslim, einem Juden und einem Chinesen verheiraten, geraten sie unter Anpassungsdruck. In die französische Lebensart weht der raue Wind der Globalisierung und jedes gemütliche Familienfest gerät zum interkulturellen Minenfeld. Musik in den Elternohren ist da die Ankündigung der jüngsten Tochter, einen – Halleluja! – französischen Katholiken zu heiraten.

Doch als sie ihrem vierten Schwiegersohn, dem schwarzen Charles, gegenüberstehen, reißt Claude und Marie der Geduldsfaden. Geschwächt durch Beschneidungsrituale, Hühnchen halal und koscheres Dim Sum ist ihr Toleranzvorrat restlos aufgebraucht. Doch auch Charles' Familie knirscht über diese Partie mächtig mit den Zähnen. Weniger um bei den Hochzeitsvorbereitungen zu helfen als sie zu sabotieren, lassen sich die Eltern auf ein Kennenlernen ein. Was folgt ist ein Gemetzel der nationalen Ressentiments und kulturellen Vorurteile. Bis das familiäre Federnrupfen dem Brautpaar die Lust an der Hochzeit zu verderben droht...

 

 

 

 

LOVE LETTERS

 

Schauspiel von

A. R. GURNEY

 

Deutsch von Inge Greiffenhagen und Daniel Karasek

 

1 D, 1 H

Pr. 06. Dezember 2017 Theater der Altmark, Stendal

 

Eine Frau und ein Mann im Dialog über ein Leben in unterschiedlichen Gesellschaftsschichten: Triviale Begebenheiten und substantielle Auseinandersetzungen bestimmen diesen Briefwechsel zweier unterschiedlicher Menschen, die sich seit frühester Jugend kennen. Melissa, aus vermögendem Haus, zerbricht in einer eigennützigen Umwelt; Andrew erkämpft sich rücksichtslos Wohlstand und Ansehen.

 

 

 

HEIMWÄRTS

 

Stück von

IBRAHIM AMIR

 

1 D, 4 H / var. Dek.

UA 09. Dezember 2017 Schauspiel Köln

Mehr als ein halbes Leben war Wien für Hussein sein Zuhause. Nun aber, wo es ums Sterben geht, hat er nur noch einen Wunsch: zurück nach Syrien. Dort die letzten Atemzüge machen und begraben werden – in seinem Heimatland. Und so macht sich Hussein auf den Weg, begleitet von seinem Neffen Khaled, dem Arzt Osman und der transsexuellen Sanitäterin Simone. Ihre »Reise« entspricht der Route Millionen Flüchtender – nur eben in die andere Richtung. Bevor sie ihr Ziel erreichen, verstirbt Hussein und die drei Übriggebliebenen stranden mit einer Leiche im Gepäck im türkischen Niemandsland. Das Ausstellen der Todesurkunde sollte ein Routinevorgang sein, wäre da nicht der ehrgeizige und aufstrebende Beamte Bekir, der in der kleinen Reisegruppe eine Ansammlung von dubiosen Individuen sieht – erst Recht als im Land ein Ausnahmezustand ausbricht, der aus allen Verdächtige macht.

 

 

 

VÄTER UND SÖHNE

(Fathers and Sons)

 

von

BRIAN FRIEL

 

Stück in zwei Akten nach Turgenjew

Deutsch von Inge und Gottfried Greiffenhagen

 

6 D, 9 H / 2 Dek.

Pr. 26. Januar 2018 Theater Bielefeld

 

Arkadij und Bazarow, zwei junge Studenten, kehren für den Sommer in ihre ländliche Heimat zurück. Beide stellen aufgrund ihrer nihilistischen Überzeugungen die gegenwärtige Gesellschaft völlig in Frage: die Wissenschaft, die Kunst und sämtliche Konventionen. Ihre Negierung alles Bestehenden verweigert ihnen den Glauben an überhaupt etwas. Ihr Aktivismus kennt nur das einzige Ziel, die Welt neu zu erschaffen. Doch während Arkadij versucht, diese Vision aus den gegebenen Verhältnissen heraus zu entwickeln, sucht Bazarow die radikale Konfrontation mit seiner Umwelt. Wo liegt der Grat zwischen Idealismus und Pragmatismus, zwischen innerer Revolte und äußerer Anpassung, zwischen Bedingungslosigkeit und Kompromiss?

 

 

 

 

 

 

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