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DER THEATERKRITIKER

 

Monolog von

TOBIAS SCHWARTZ

 

1 H

UA 17. Mai 2018 Theater unterm Dach, Berlin

 

Boshaft und gedankenscharf. Die Selbstaussprache eines mächtigen Theaterkritikers, der nach seinem Selbstmord als Untoter in einer Zwischenwelt festsitzt, einem Zimmer ohne Fenster und Spiegel, nur mit seinem Spiralblock, verurteilt zu einem: Theater.

Als Frucht eines Seitensprungs seiner Mutter mit einem Schauspieler wollte er immer dazugehören. Aber er durfte nicht. Aus diesem Frust heraus entwickelt er ohne schlechtes Gewissen seine Gnadenlosigkeit beim Niederschreiben der Regisseure und Schauspieler. Zuletzt scheitert er an seinen Süchten und nimmt sich nach einer Prügelei mit einem Schauspieler und dem anschließenden Rauswurf aus dem Theater das Leben.

Geschliffen formulierte zynisch-verächtliche Kommentare über zeitgenössisches Theater, aber auch über die "Klassiker", wunderbar gezeichnet ist seine Selbstüberhebung.

 

 

 

NEBEL IM AUGUST

Der Fall Ernst Lossa vor Gericht

 

Dokumentarstück von

JOHN VON DÜFFEL

 

Nach der Romanbiografie von Robert Domes

 

6 – 7 Darst. / var. Dek.

Pr. 09. Juni 2018 Landestheater Coburg

 

Augsburg, am 2. August 1949: Auf der Anklagebank ergreift der ehemalige Anstaltsleiter aus Kaufbeuren Dr. Faltlhauser das Wort. Er verteidigt Haltung und Beweggründe, die grausige Normalität des ‚Alltags’ in der Anstalt. An den Bruchlinien der historischen Dokumente und Erinnerungen taucht das Ensemble ein in die Vergangenheit, ohne das Heute zu verlieren.

Das Stück erzählt in der Montage einst vergessener Prozessakten, Zeugenaussagen und Berichte von dem heute noch viel zu wenig beachteten Euthanasie-Kapitel während des Nationalsozialismus.

Eines der Opfer war der 15-jährige Ernst Lossa. Er stammte aus einer Familie von „Jenischen“, Zigeuner, wie man damals sagte. Er galt als schwieriges Kind, wurde von Heim zu Heim geschoben, bis er schließlich in die psychiatrische Anstalt in Kaufbeuren eingewiesen wurde. Hier nahm sein Leben die letzte, schreckliche Wendung: In der Nacht zum 9. August 1944 bekam er die Todesspritze verabreicht.

Sprache und Logik der psychiatrischen Gutachten und die Szenen um Ernst Lossa machen die Zurichtung spürbar, die ein gesunder Mensch in einem gestörten System erfährt. Berührend aber auch investigativ stellt sich NEBEL IM AUGUST den Widersprüchen, Irrationalitäten und der Logistik dieses Euthanasie-Kapitels deutscher Geschichte. Das Stück stellt Fragen nach den Ängsten vor dem Fremden, Vielfältigen, Unangepassten. Kinderheime in Augsburg, dann psychiatrische Anstalten in Markt Indersdorf, Kaufbeuren und Irsee: die letzten Stationen von Ernst Lossas Leben zeigen, wie sehr seine Geschichte auch ein Teil schwäbischer Vergangenheit ist.

 

 

 

DAS BOOT

 

von

LOTHAR-GÜNTHER BUCHHEIM

 

Dramatisierung von Kjetil Bang-Hansen

 

1 D, 10 H, Stat. / Einheitsdekoration

UA am 27. Januar 2012 am Det Norske Teatret, Oslo

DSE 2013/14 Altes Schauspielhaus, Stuttgart

Pr. 12. Juni 2018 Landestheater Dinkelsbühl

 

DAS BOOT ist ein Klassiker, sowohl der Roman wie auch der Film. Die nunmehr erste und einzige autorisierte Theaterfassung ist die Geschichte einer Besatzung in einem deutschen U-Boot, auf der rastlosen Suche nach Beute im Nord-Atlantik. Das Stück erzählt die erste Hälfte von Film und Buch bis zum Abschuss der drei feindlichen Schiffe und bis zum Imstichlassen der Schiffbrüchigen. Es zeichnet ein Bild der enormen menschlichen Belastungen in einem Stahlmonster tief unten im Sumpf, und wie diese schmale Realität Frustrationen, Angst und Wahnsinn auslöst. Den Mittelpunkt bildet die Darstellung des Kapitäns, der unter dem Druck des feindlichen Beschusses alle seine systemkritischen und menschlichen Züge verliert und sogar bereit wäre, ein Besatzungsmitglied, den in der Extremsituation des Wassereinbruchs durchgedrehten Maschinisten, zu töten, wenn es dem Wohl des Ganzen dient. So sehr entmenschlicht ihn der Krieg, dass er zuletzt befiehlt, vor den Schiffbrüchigen kehrt zu machen – für sie wäre kein Platz im Boot, das sind die Gesetze des Krieges.

Buchheim forderte: Das Theaterstück sollte den Atem und die Gewalt einer griechischen Tragödie haben: Trauma und Katharsis.

 

 

 

DIE LEIDEN

DES JUNGEN WERTHER

 

von

Astrid Kohlmeier

 

Nach dem Roman von

Johann Wolfgang von Goethe

 

1D, 2H, 1 Dek.

Pr. 13. Juli 2018 Brüder Grimm Festspiele, Hanau

 

Werther verliebt sich unsterblich in Lotte. Doch diese Liebe ist haltlos und unglücklich, weil Lotte mit Albert verlobt ist. Aber auch Lotte zeigt sich nicht abweisend. Wider die Regeln der Vernunft sucht Werther nach der Erfüllung seiner absoluten Gefühle für Lotte, nach einem Leben jenseits der gesellschaftlichen Konvention – leidenschaftlich, widersprüchlich, einsam und orientierungslos. In ihm wächst ein Idealbild Lottes heran, das Werthers Gedanken und Handeln zunehmend bestimmt. Werthers Versuch der inneren und äußeren Abgrenzung schlägt fehl – und als er von der Heirat Lottes erfährt, leiht er sich Alberts Pistolen.

 

 

 

MONSIEUR CLAUDE 

UND SEINE TÖCHTER

(Qu’est-ce qu’on a fait au Bon Dieu?)

 

Komödie nach dem gleichnamigen Film von

PHILIPPE DE CHAUVERON und GUY LAURENT

 

für die Bühne adaptiert von

STEFAN ZIMMERMANN

 

6 D, 7 H / var. Dek.

Pr. 21.09.2018 Schauspielbühnen Stuttgart

Pr. 30.11.2018 Häbse-Theater, Basel

01.12.2018 Schlossparktheater, Berlin

 

Monsieur Claude und seine Frau Marie haben vier schöne Töchter. Familientraditionen machen sie glücklich. Erst als sich drei ihrer Töchter mit einem Muslim, einem Juden und einem Chinesen verheiraten, geraten sie unter Anpassungsdruck. Der raue Wind der Globalisierung macht jedes gemütliche Familienfest zum interkulturellen Minenfeld. Musik in den Ohren der Eltern ist da die Ankündigung der jüngsten Tochter, einen französischen Katholiken zu heiraten. Doch als sie ihrem vierten Schwiegersohn, dem schwarzen Charles, gegenüberstehen, reißt Claude und Marie der Geduldsfaden, ihr Toleranzvorrat ist restlos aufgebraucht. Doch auch Charles' Familie ist nicht erbaut über diese Partie. Notgedrungen lassen sich die Eltern auf ein Kennenlernen ein. Was folgt, ist ein Gemetzel der nationalen Ressentiments und kulturellen Vorurteile…

 

 

 

DER DRESSIERTE MANN

 

Komödie von

JOHN VON DÜFFEL

 

nach dem gleichnamigen Bestseller

von ESTHER VILAR

 

3 D, 1 H / 1 Dek.

UA 2011 Theater an der Kö, Düsseldorf

Pr. 28.09.2018 Thüringer Landestheater, Rudolfstadt

Pr. 13.01.2019 Ohnsorg-Theater, Hamburg (niederdt.)

 

Ausgerechnet als Bastian sie mit Fünf-Sterne-Candlelight-Dinner und Verlobungsring daheim erwartet, wird es bei Helen später: Der Chef hat ihr den Job als Chief Executive Officer angeboten, auf den Bastian selbst insgeheim spekuliert hatte. Beziehungskrise statt Romantik, denn welcher Mann erträgt es schon, wenn die Partnerin ihn auf der Karriereleiter überholt? Während Helen darum ringt, ihre eigenen Ambitionen, Bastians gekränkten Stolz und vielleicht sogar noch einen künftigen Kinderwunsch miteinander zu versöhnen, treten ungebeten beider Mütter auf den Plan. Die Radikalemanze und die Zahnarztgattin in dritter Ehe sind die beiden Pole, zwischen denen Weiblichkeit sich eine Generation früher definierte. Gnadenlos pragmatisch entwickeln die beiden Mütter gemeinsam mit Helen die weibliche Strategie fürs 21. Jahrhundert Denn wenn die Frau selbst für Wohlstand und Sicherheit sorgen kann, wofür braucht sie dann noch einen Mann...?

John von Düffel dreht in seiner Bühnen-"Coverversion" des Vilar-Bestsellers den Spieß der Emanzipation ein weiteres Mal um. Ihre Thesen sind das Fundament für den Ring, in dem er die Kinder der militanten Feministinnen und schnurrenden Luxusweibchen von damals aufeinander loslässt, wobei die Mütter leidenschaftlich coachen.

 

 

 

Sylvia

 

Komödie von

A.R. Gurney

 

Deutsch von Heidi Zerning

2D, 2H

Schweizer DEA 28.09.2018 Kammerspiele Seeb, Bachenbülach

 

Die Kinder sind aus dem Haus: Zeit für Greg und Kate, ihre Ehe neu zu ordnen. Da begegnet Greg eine anschmiegsame Begleiterin, die sein Leben verändert. Als er Sylvia gegen Kates Widerstand mit nach Hause bringt, hält das Leben zu dritt immer neue Herausforderungen und aberwitzige Situationen bereit. Eine quirlig-nostalgische Komödie rund um Projektionen – denn Sylvia ist eine Hündin!

 

 

 

OCCIDENT EXPRESS

(Occident Express)

 

Stück von

STEFANO MASSINI

 

Deutsch von Sabine Heymann

Das Stück kann als Monolog oder mit variabler Besetzung gespielt werden

ÖEA 08. September 2017 Volktheater Wien

DEA 07. Oktober 2017 Schauspiel Köln

Pr. 05. Oktober 2018 Theater Kiel

Pr. 19. Oktober 2018 Hans Otto Theater, Potsdam

 

Im Jahr 2015 begibt sich eine alte Frau aus Mossul, Haifa, gemeinsam mit ihrer vierjährigen Enkelin Nassim auf die Flucht über die Balkanroute nach Europa. Es soll die einzige und letzte Reise ihres Lebens sein. Sie lässt das vom Krieg verwüstete Land und drei Söhne im Kampf zurück. Über die Türkei, Griechenland, Mazedonien, Serbien, dem Kosovo, Ungarn, die Slowakei und Leipzig gelangen Großmutter und Enkelin schließlich »auf die andere Seite«.

Der Text ist das poetische Porträt einer mutigen Frau, die vorangetrieben vom unbändigen Wunsch nach Leben einen fast unmöglichen Weg beschreitet. Dies ist ihre unglaubliche Geschichte.

 

 

 

9 TAGE WACH

 

von

JOHN VON DÜFFEL

 

Bühnenadaption nach dem gleichnamigen Buch

von Eric Stehfest und Michael J. Stephan

 

1 D, 2 H

UA 30. November 2018 Staatsschauspiel Dresden

UA Musikalische Fassung 11. April 2019 Neuköllner Oper, Berlin

 

Jede Zeit hat ihre Droge – jede Droge ihre Zeit. Crystal Meth ist die Droge einer zur Bewusstlosigkeit beschleunigten Zeit zwischen Party und Panik. Kaum einer kennt diese Droge wie Eric Stehfest. Zehn Jahre lang lebt er mit „Christin“ als Schwester in der sächsischen Provinz, sie saugt sein Leben aus. Die sächsische Provinz, Dresden, Leipzig, Berlin werden zu rasenden Schauplätzen. In jeder Nacht berühren sich die Extreme, splittert die Zeit, und jedes Morgen, jede Zukunft löst sich in Jetzt-Kristalle auf. – Auf einem Spiegel mit einer Rasierklinge zerhackte Zeit.

In der Isolationshaft des ewigen Wachseins schreibt Eric einen Abschiedsbrief an sich selbst. Ein neuntägiger Rausch kostet ihn zuletzt fast das Leben und bringt ihn schließlich zum Entzug.

Keine Drogenbeichte, sondern ein Sprach-Trip der Zerstörung und Wiederauferstehung: Gegenwart pur.

 

 

 

NUR DREI WORTE

(Three little Words)

 

Eine bissige Gesellschaftskomödie von

JOANNA MURRAY-SMITH

 

Deutsch von John und Peter von Düffel

3 D, 1 H / var. Dek.

UA 18. April 2017 Southbank Theatre, Southbank, Victoria, Australien

DSE 28. Februar 2019 Theater Baden-Baden

 

Die gemütliche Welt der Zweierbeziehungen hat vier Freunde vor den Herausforderungen einer komplizierten Welt geschützt. Sie haben Mittagessen, Brunch, Kunstausstellungen und Ausflüge in den Kakadu Nationalpark geteilt. Ihre perfekte kosmopolitische Blase scheint hermetisch versiegelt, bis das eine Paar beiläufig eine Bombe platzen lässt - sie haben beschlossen, sich zu trennen. Und niemand kann die nachfolgende Zerstörung vorhersagen oder kontrollieren.

Die Erwartung, dass die Freunde die gleichen bleiben, auch wenn sich die Welt ändert, ist die Art von kontraproduktiver Torheit, die die Dramatikerin Joanna Murray-Smith am liebsten kritisiert. Diese raffinierte neue Komödie erinnert daran, dass beim Umgang mit den alltäglichen Schwierigkeiten des modernen Lebens Kultur und Bildung überhaupt keine Hilfe sind.

 

 

 

SONGS FÜR NOBODIES

(Songs for Nobodies)

 

Monolog von

JOANNA MURRAY-SMITH

 

Deutsch von John und Peter von Düffel

1 D / Kleine Band

UA 13 Juli 2010 Blakiston Theatre, Geelong, VIC, Australien

DSE 2019/20 Tournee mit Helen Schneider, theaterlust, München

 

Wenn eine großartige Sängerin ihre Stimme über die anonyme Menge schweben lässt, stellt sie unzählige unbekannte Verbindungen zu Menschen her.

In einer Reihe von Monologen werden fünf berühmte Sängerinnen wieder lebendig: Judy Garland, Patsy Cline, Billie Holiday, Edith Piaf und Maria Callas. Erzählt werden aber nicht ihre Geschichten, sondern was die Begegnung mit ihnen und ihrer Musik für fünf „Nobodies“ bedeutet: für die Garderobenfrau, die Platzanweiserin, die Nachwuchsjournalistin, die Bibliothekarin und das Kindermädchen. Magisch.

Im Gegensatz zu anderen Stücken, die das Leben dieser unglaublichen Sängerinnen berühren, konzentriert sich Songs für Nobodies nicht auf ihre Kämpfe, sondern auf ihre Musik und ihre Bedeutung für andere.

 

 

 

 

 

 

 

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