THEMEN UND GENRES

 

 

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“Raccontare storie è il mio unico obbiettivo”

("Geschichten zu erzählen ist mein einziges Ziel")

   

  

   

EMANUELE ALDROVANDI– Eine Neuentdeckung

   

Seine Stücke werden exklusiv vom PER H. LAUKE VERLAG vertreten

 

 

   

Emanuele Aldrovandi (geb. 1985) ist einer der vielseitigsten italienischen Autoren der neuen Generation. Für seine Theatertexte hat er bereits zahlreiche hochkarätige Preise und Auszeichnungen erhalten und sich in Italien schnell den Ruf eines sehr ernstzunehmenden Nachwuchsautors erworben, dessen Stücke die Tradition des europaweit bekannten Dramatikers Fausto Paravidinos weiterschreiben. Man kann seine Stücke (zumindest auf den ersten Blick) einem realistischen Theatertypus zuordnen. Ihren Ausgang nehmen sie in Alltagssituationen, stöbern dort Konflikte auf, die ein Nachdenken über die Funktionsweisen westlicher Gesellschaften anstoßen. Um dann plötzlich und unerwartet Wendungen zu provozieren, die im Realen das Groteske aufscheinen lassen. Genau genommen ist das Reale bei Aldrovandi durchgehend vom Grotesken durchsetzt. Er entwickelt dadurch eine spezifische Art von Witz, der sich ganz schnell ins Aberwitzige steigern kann.

  

   

   

ALARM!

(Allarmi!)

  

von

EMANUELE ALDROVANDI

   

Deutsch von Sabine Heymann

Mind. 6 Darsteller (Mehrfachbesetzung) / variable Dek.

UA 5. Oktober 2016 Teatro Arena del Sole Bologna

DSE 24. September 2021 Theater Regensburg

   

Eine Gruppe von Terroristen der extremen Rechten organisiert ein Attentat, mit dem das politische System Europas umgestürzt werden soll. Die Demokratie als Staatsform lehnen sie ab, sie hassen Immigranten und wollen in Europa eine Diktatur aufbauen. Sie verbreiten ihre Ideen, suchen Mitstreiter über das Netzwerk und bereiten sich physisch auf die Revolution vor. Versucht wird auch, ihnen die richtige „Haltung“ beizubringen: keine Angst vor dem Feind, keine Angst vor dem Töten, keine Angst vor dem Tod.

Anführerin der Gruppe ist Viktoria, eine charismatische, sehr willensstarke und durchsetzungsfähige junge Frau, die mit ihrer Gruppe den Lauf der Geschichte herumreißen und damit ihren Namen in der Geschichte für immer verewigen will. Getötet werden soll der „Präsident der Europäischen Union“ (ein fiktiver Präsident), der Mordanschlag soll als Live Stream verbreitet werden und dadurch eine Revolution in Europa auslösen.

Ein scharfes und ironisches Werk, das dem Betrachter die Freiheit lassen will, selbst zu reflektieren und zu entscheiden, wen er verurteilen oder retten will. Die Akteure bewegen sich in mehreren Rollen durch ein Spiel des schnellen Wandels und überschreiten so die Grenzen zwischen den verschiedenen Ebenen der Geschichte, der theatralischen Fiktion und ihrem Hintergrund.

    

  

     

GESPRÄCHE AUF DER TREPPE

(L’estinzione della razza umana)

    

Stück von

EMANUELE ALDROVANDI

   

Deutsch von Sabine Heymann

2 D, 3 H (Mehrfachbesetzung) / 1 Dek.

DSE frei

    

Im Treppenhaus eines Mehrfamilienhauses in Mailand: zwei jüngere Paare, von denen eins gerade Nachwuchs bekommen hat, das zweite kinderlos ist. Andrea möchte Joggen gehen, Marco will ihn daran hindern, da sie in einer Zeit leben, in der ein ansteckendes Virus grassiert. Bei leichteren Ansteckungen wachsen den Leuten lediglich ein paar Federn auf dem Rücken, in schweren Fällen ruft die Umwandlung in Truthähne schwerwiegende bis tödliche Symptome des Atmungsapparats hervor. Nach den üblichen Nettigkeiten und kurzem Small Talk entfaltet sich zwischen den beiden Männern eine heftige Diskussion über die Einhaltung der Ausgangssperre. Währenddessen liefern immer wieder Paketboten Waren an, die von der jungen Mutter, Marcos Frau Anna, im Internet bestellt worden sind. Giulia dagegen, Andreas Frau, gehört zur großen Gruppe der Italiener, die auf dem Balkon singen, um das Pflegepersonal zu motivieren.

Die jungen Männer kommen von einem auf das andere Themen zu sprechen, wobei sie durchaus nicht einer Meinung sind. Die Atmosphäre lockert sich erst auf, als sich durch das Hinzukommen der Frauen mit Aperitifs und Chips eine kleine Party entwickelt. Es wird schnell klar, dass sich Andrea mit seinem von den anderen als asozial und verantwortungslos empfundenen Verhalten Joggen gehen zu wollen in der absoluten Minderheit befindet. Es stoßen nun die schon vor der Krisensituation vorhandenen unterschiedlichen Lebensplanungen, Wünsche, Ansprüche und Charaktere der vier Menschen aufeinander, Befindlichkeiten und Wunden werden sukzessive nach außen gekehrt und freigelegt.

Nachdem sich die Gespräche durch die Ankunft eines aus dem Krankenhaus nach Hause kommenden jungen Arztes wieder etwas zu versachlichen scheinen, bricht zwischen Andrea und Marco erneut Streit aus. Es entsteht ein Handgemenge, Marco schlägt Andrea mit der Faust ins Gesicht, der daraufhin unglücklich auf die Treppe fällt. Es klingelt: wieder ist es ein Paketbote, der diesmal aber nicht hereingelassen wird. Denn Andrea regt sich nicht mehr, er ist tot.

Das Stück fasst in einer Momentaufnahme die gegenwärtigen gesellschaftlichen Befindlichkeiten, die Debatten und das Verhalten der betroffenen Menschen, die nicht Folgen der Pandemie sind, sondern durch diese bloßgelegt werden, in einem cleveren Plot sehr pointiert zusammen.

  

  

  

DIE DICKSTE FRAU DER WELT

(La donna più grassa del mondo)

    

Stück von

EMANUELE ALDROVANDI

       

Deutsch von Sabine Heymann

1 D, 2 H / 1 Dek.

UA 2018 MaMiMò, Mailand, Regie Angela Ruozzi

DSE frei

  

Ein großer Riss bedroht die Sicherheit des Hauses, in dem die Protagonisten dieser Geschichte leben, aber nur einer von ihnen scheint darüber besorgt zu sein: es ist der Mann unten, der seit Monaten versucht, das Nachbarspaar davon zu überzeugen, die Renovierungsarbeiten durchzuführen. Das Problem ist, dass der Riss direkt unter dem Sofa der dicksten Frau der Welt liegt, die vierhundertsechzig Kilo wiegt und sich nicht bewegen kann. Die einzige Chance, die Arbeit zu übernehmen, bestünde darin, dass der Ehemann sie davon überzeugt, abzunehmen, aber das Glück, das ihr das Essen bringt, ist zu groß, als dass die Frau es aufgeben könnte. In einer Zeit, in der es so scheint, als habe unsere Gesellschaft ihren maximalen Grad an Wohlbefinden erreicht, führt uns diese Komödie durch eine groteske und paradoxe Figur dazu, über die Fähigkeit des Menschen nachzudenken, sich einen alternativen Weg zum Glück vorzustellen, der ihn nicht zur Selbstzerstörung verdammt.

   

  

  

ISABEL GREEN

(Isabel Green)

   

Monolog von

EMANUELE ALDROVANDI

   

Deutsch von Sabine Heymann

1 D

UA 22.Januar 2018 Teatro Elfo Puccini, Mailand, Regie Serena Sinigaglia

DSE frei

   

Leben wir in einer Burnoutgesellschaft? Isabel Green, ein großer Hollywoodstar, hat gerade ihren ersten Oscar für die »beste weibliche Hauptrolle« gewonnen. Sie steht auf der Bühne des Dolby Theater, in der Hand hält sie die Statue, von der sie seit ihrer Kindheit geträumt hat. Sie müsste auf dem Gipfel des Glücks sein, doch etwas stimmt nicht mit ihr. Während sie äußerlich Begeisterung und Verlegenheit mimt, trägt sie ein innerlicher Gedankensturm weit weg, in eine einsame Dimension, in der die Überlegungen über ihr eigenes Leben und der Versuch, die aktuelle Situation zu meistern, zu einem tragikomischen Höhepunkt führen, der mit allen Konventionen zu »Dankesreden« bricht und die Fundamente ihrer eigenen Existenz in Frage stellt.

   

  

   

TUT UNS LEID, DASS WIR NICHT

IM MEER ERTRUNKEN SIND

(Scusate se non siamo morti in mare)

  

Stück von

EMANUELE ALDROVANDI

   

Deutsch von Sabine Heymann

1 D, 3 H / var. Dek.

UA 22. Februar 2016 Teatro delle Cooperativa, Milano

DSE 05.06.2021 Theater für Niedersachsen, Hildesheim

   

In einer nicht allzu fernen Zukunft: Europa ist zu einem Emigranten-Kontinent geworden, aus dem die europäischen Staatsbürger auf der Suche nach Arbeit und einem besseren Leben massiv herausdrängen. Für 2000 Dollar lassen sich zwei Frauen und ein Mann von einem Schlepper in einen Container verfrachten, der sie übers Meer bringt. Irgendwohin. Doch einem fehlt Geld und er fordert es immer wieder von dem anderen Mann ein. Die Überfahrt verläuft zunächst gut, „Alltag“ setzt ein und die Flüchtlinge versuchen sich zu arrangieren. Doch dann kentert das Schiff und der Container treibt alleine auf offener See. Nun gilt es zu überleben, doch bis auf die vier Lebewesen gibt es weder Nahrung noch Flüssigkeiten.

Wie weit ist der Einzelne bereit zu gehen, um sein Leben zu verlängern, sei es auch nur für wenige Minuten? Was ist er bereit dafür zu tun, ab wann gelten Moral und Menschlichkeit nicht mehr?

  

 

  

 

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